Warum wir Ihnen keine Prämienhöhe nennen
Auf Vergleichsportalen finden sich zu fast jeder Kasse konkrete Zahlen: so viele Euro für den Präventionskurs, so viele Punkte für das Studio-Training, so viel Prämie im Jahr. Solche Angaben haben ein systematisches Problem - sie altern schnell und werden trotzdem selten aktualisiert.
Der Grund liegt in der Rechtsnatur dieser Leistungen. Ein Bonusprogramm beruht auf § 65a Abs. 1 SGB V, einer Erlaubnisnorm. Der Verwaltungsrat einer Kasse kann es beschließen, ändern, kürzen oder ganz einstellen. Dasselbe gilt für die Ausgestaltung des Präventionsangebots innerhalb der Grenzen des § 20 SGB V. Eine Zahl, die im Frühjahr korrekt war, kann im Herbst falsch sein - und wer sich darauf verlässt, plant mit einem Betrag, den es nicht mehr gibt.
Deshalb der andere Ansatz auf dieser Seite: Wir erklären den rechtlichen Rahmen, der sich nicht ändert, und zeigen Ihnen, wie Sie den aktuellen Stand bei der KKH in wenigen Minuten selbst feststellen. Das dauert länger als das Ablesen einer Tabelle, führt aber zu einer Auskunft, auf die Sie sich berufen können.
Bonusprogramm und Kursangebot der KKH selbst prüfen
Diese fünf Schritte funktionieren bei jeder gesetzlichen Krankenkasse. Planen Sie etwa 20 Minuten ein und speichern Sie jede Antwort.
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Satzung aufrufen und nach den Stichworten suchen
Jede Krankenkasse veröffentlicht ihre Satzung. Suchen Sie dort nach den Begriffen „Prävention", „Bonus" und „Gesundheitsförderung". Die Satzung nennt zwar selten Beträge, sagt Ihnen aber verbindlich, ob eine Leistung überhaupt vorgesehen ist - und das ist die erste Weiche.
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Aktuelle Teilnahmebedingungen des Bonusprogramms anfordern
Die konkreten Konditionen stehen nicht in der Satzung, sondern in den Teilnahmebedingungen oder der Bonusbroschüre. Achten Sie auf das Gültigkeitsjahr im Dokument. Fehlt es, fragen Sie ausdrücklich nach der für das laufende Jahr gültigen Fassung.
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Anerkannte Aktivitäten mit Ihrem Alltag abgleichen
Prüfen Sie Punkt für Punkt, welche Nachweise Sie realistisch erbringen können: Vorsorgeuntersuchung, Impfung, Präventionskurs, Studiobescheinigung, Vereinsmitgliedschaft, Sportabzeichen. Ein Programm mit vielen Positionen nützt wenig, wenn Sie nur zwei davon erfüllen.
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Fristen und Einreichungswege notieren
Klären Sie, bis wann Nachweise des laufenden Jahres eingegangen sein müssen und ob die Einreichung per App, Kundenkonto oder nur auf Papier möglich ist. Fristversäumnisse sind der häufigste Grund für eine ausbleibende Prämie - und sie lassen sich nicht heilen.
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Kursangebot vor der Buchung schriftlich bestätigen lassen
Senden Sie Kursname, Anbieter, Prüfnummer und Zeitraum an die KKH und fragen Sie nach Zuschusshöhe und verbleibendem Jahreskontingent. Erst nach dieser Bestätigung buchen. So vermeiden Sie den häufigsten Fehler überhaupt: einen bezahlten Kurs ohne Zertifizierung.
Der Präventionskurs: harte Kriterien, klare Grenzen
Die Zertifizierung ist kein bürokratisches Detail, sondern die Bedingung für jede Zahlung. Krankenkassen dürfen Präventionskurse nur nach den einheitlichen Kriterien fördern, die der GKV-Spitzenverband nach § 20 Abs. 2 SGB V im Leitfaden Prävention festgelegt hat; geprüft wird in der Regel durch die Zentrale Prüfstelle Prävention. Fehlt die Zertifizierung, fehlt der Kasse die Rechtsgrundlage - ein Widerspruch führt dann nicht weiter.
Vier Merkmale kennzeichnen ein förderfähiges Kursangebot im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten:
- Feste Gruppe: Die Teilnehmenden bleiben über den gesamten Kurszeitraum dieselben. Offene Kurse mit wechselnder Besetzung erfüllen das nicht.
- Definierter Umfang: Üblich sind acht bis zwölf Einheiten mit festem Curriculum und aufeinander aufbauendem Aufbau.
- Qualifizierte Leitung: Die Kursleitung muss die im Leitfaden vorgesehene Qualifikation nachweisen.
- Prüfnummer: Sie belegt die erfolgte Zertifizierung und ist beim Anbieter abzufragen.
Nicht förderfähig sind dagegen freies Gerätetraining, Personal Training, offene Kursprogramme im Studio und Angebote, die primär sportlichen Wettkampf oder Freizeitgestaltung zum Ziel haben. Bei Yoga verläuft die Grenze besonders fein; welche Ausrichtungen die Präventionskriterien typischerweise erfüllen, ordnet der Beitrag Yoga und Krankenkasse ein.
Das Studio-Abo: keine Leistung, aber drei Umwege
Für laufende Mitgliedsbeiträge im Fitnessstudio existiert im SGB V keine Anspruchsgrundlage. Das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 Abs. 1 SGB V beschränkt die Kassen auf Leistungen, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind; ein unbefristeter Vertrag mit unbestimmtem Nutzungsverhalten fällt nicht darunter. Diese Grenze gilt bei der KKH wie bei jeder anderen gesetzlichen Kasse.
Was bleibt, sind drei Umwege. Erstens der zertifizierte Kurs, der innerhalb eines Studios stattfindet - gefördert wird die Kursgebühr, nicht die Mitgliedschaft. Zweitens das Bonusprogramm, in dem Training als nachgewiesene Aktivität honoriert werden kann. Drittens die betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V: Krankenkassen sind verpflichtet, Gesundheitsleistungen in Betrieben zu erbringen; abgerechnet wird mit dem Arbeitgeber, für Beschäftigte ist das Angebot in der Regel kostenfrei. Zusätzlich erlaubt § 3 Nr. 34 EStG dem Arbeitgeber, Gesundheitsleistungen bis zu einem gesetzlich festgelegten Jahresbetrag steuer- und beitragsfrei zuzuwenden - die Basis vieler Firmenfitness-Verbünde mit deutlich reduziertem Beitrag. Die Details aller drei Wege beschreibt der Beitrag Fitnessstudio-Zuschuss von der Krankenkasse.
Was § 65a SGB V erlaubt - und was nicht
Nach § 65a Abs. 1 SGB V kann eine Krankenkasse in ihrer Satzung bestimmen, dass Versicherte Boni erhalten, die regelmäßig Leistungen zur Früherkennung oder Maßnahmen der gesundheitsbewussten Lebensführung in Anspruch nehmen. Das Wort „kann" markiert den Kern: Es handelt sich um eine Satzungsleistung, also eine freiwillige Zusatzleistung ohne Rechtsanspruch. Was Sie einfordern können, ist allein die Einhaltung der jeweils gültigen Teilnahmebedingungen - nicht deren Fortbestand.
Die KKH führt ein solches Programm: den KKH-Bonus, gegliedert in einen Vorsorge-Bonus und einen Aktiv-Bonus (Stand: August 2026). Der Vorsorge-Bonus honoriert Früherkennung und Impfschutz - etwa Gesundheits-Check-up, Zahnvorsorge, Krebsfrüherkennung, Schutzimpfungen und die sportmedizinische Untersuchung. Der Aktiv-Bonus beantwortet die Kernfrage dieser Seite: Regelmäßige sportliche Aktivität in Einrichtungen wie Sportverein, Fitnessstudio oder Betriebssportgruppe ist als Basismaßnahme bonusfähig; auch privat betriebener Sport zählt, wenn er ärztlich bestätigt wird. Daneben werden zertifizierte Präventionskurse in Präsenz wie in digitaler Form anerkannt. Honoriert wird bereits die erste Maßnahme; für Kinder und Jugendliche sowie Kleinkinder bestehen eigene Programmvarianten. Bei der Auszahlung lässt die KKH die Wahl zwischen einer Geldprämie und einem doppelt so hohen Gesundheitsbudget, das selbst bezahlte Gesundheitsleistungen bezuschusst - etwa Brillengläser, Sportschuhe oder einen Fitness-Tracker. Die Nachweise laufen über den Bonusbogen: abstempeln lassen, dann digital über „Meine KKH" hochladen oder per Post einsenden. Wie hoch Prämie und Budget ausfallen und welche Stichtage gelten, regeln die jeweils aktuellen Teilnahmebedingungen - prüfen Sie das anhand der oben beschriebenen fünf Schritte. Zwei Punkte werden dabei besonders häufig übersehen: die eigenständige Teilnahmemöglichkeit für mitversicherte Familienangehörige und die Frage, ob Nachweise aus einem Vorjahr noch anerkannt werden.
Steuerlich gilt: Bonusleistungen können unter Umständen als Beitragsrückerstattung gewertet werden und den Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge mindern. Für pauschale Boni hat der Gesetzgeber eine Bagatellgrenze vorgesehen, deren Höhe und Fortgeltung sich ändern kann. Fragen Sie im Zweifel beim Finanzamt nach, bevor Sie eine größere Prämie beantragen.
Die Beitragsseite gehört in die Rechnung
Der Zusatzbeitrag der KKH liegt bei 3,78 Prozent; zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent (§ 241 SGB V) ergibt das 18,38 Prozent. Der Kassendurchschnitt liegt bei 2,9 Prozent. Günstiger sind hkk (2,59 Prozent), TK und AOK Bayern (je 2,69 Prozent), DAK-Gesundheit (3,20 Prozent) und Barmer (3,29 Prozent); darüber liegen SBK (3,80 Prozent) und IKK classic (3,85 Prozent).
Rechnen Sie die Differenz gegen. Zwischen 2,59 und 3,78 Prozent liegen 1,19 Prozentpunkte; bei 4.000 Euro Bruttomonatsgehalt sind das rund 23,80 Euro monatlich allein für den Arbeitnehmeranteil, also etwa 286 Euro im Jahr. Eine Bonusprämie muss diesen Betrag erst erreichen, bevor sie einen Vorteil darstellt - und sie setzt voraus, dass Sie Nachweise sammeln und fristgerecht einreichen. Prüfen Sie deshalb zuerst den Beitrag, dann das Leistungsprofil, dann den Service. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam, an eine neue Kasse sind Sie grundsätzlich zwölf Monate gebunden (§ 175 Abs. 4 SGB V). Wer Bewegung und Gewichtsreduktion kombinieren will, findet die Einordnung im Beitrag Abnehmprogramme und Zuschuss.
Hinweis: Diese Seite erläutert die gesetzlichen Grundlagen von Präventionskursen nach § 20 SGB V, Bonusprogrammen nach § 65a SGB V und betrieblicher Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V und zeigt, wie Sie den aktuellen Stand selbst überprüfen. Konkrete Zuschusshöhen, Punktwerte oder Prämien der KKH werden bewusst nicht genannt, weil diese Konditionen kassenindividuell festgelegt und regelmäßig angepasst werden. Die Angaben zum KKH-Bonus - Programmname, Programmvarianten, bonusfähige Maßnahmenkategorien, Einreichungswege, Auszahlungsformen - folgen den Veröffentlichungen der KKH auf kkh.de, Stand: August 2026. Verbindlich sind allein die aktuelle Satzung der KKH, ihre Teilnahmebedingungen und ihre schriftliche Auskunft. Zusatzbeitrag: Stand August 2026. Diese Informationen ersetzen keine Beratung durch Ihre Krankenkasse und keine ärztliche Abklärung vor Aufnahme eines Trainings.
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