Warum die Wahl des Depots 2026 wichtiger ist denn je
Rund 12,9 Millionen Deutsche besaßen Ende 2025 Aktien, Aktienfonds oder ETFs – ein historischer Höchststand. Besonders ETF-Sparpläne haben in den letzten fünf Jahren einen Boom erlebt: Über 10 Millionen laufende Sparpläne zählte die Bundesbank zuletzt, Tendenz stark steigend. Der Grund liegt auf der Hand: Die gesetzliche Rente reicht für einen auskömmlichen Ruhestand nicht mehr aus, und Tagesgeld-Zinsen bleiben real (nach Inflation) oft negativ.
Doch während das Thema Geldanlage für Privatanleger immer wichtiger wird, unterscheiden sich die verfügbaren Wertpapierdepots fundamental – in Kosten, Handelsplätzen, Sparplan-Angebot und Service. Ein falsches Depot kann Sie über 20 Jahre Anlagehorizont fünfstellige Beträge an unnötigen Gebühren kosten. Ein passendes Depot hingegen kombiniert niedrige Orderkosten, breite ETF-Auswahl und zuverlässige Ausführung.
Die drei großen Broker-Kategorien – Direktbank, Neobroker und Filialbank – verfolgen jeweils unterschiedliche Geschäftsmodelle. Diese Übersicht erklärt die Unterschiede und zeigt, worauf Sie beim Wertpapierdepot-Vergleich 2026 achten sollten.
Was ist ein Wertpapierdepot? Die Grundlagen
Ein Wertpapierdepot ist ein spezielles Konto für die Verwahrung von Wertpapieren – Aktien, Anleihen, ETFs, aktiv gemanagten Fonds, Zertifikaten oder Derivaten. Rechtlich ist das Depot streng vom Verrechnungskonto getrennt, auf dem Kauf- und Verkaufserlöse sowie Dividenden gebucht werden. Diese Trennung hat einen entscheidenden Vorteil: Wertpapiere gelten gemäß § 92 KAGB als Sondervermögen und sind im Falle einer Bankinsolvenz vollständig geschützt – unabhängig von der gesetzlichen Einlagensicherung, die nur Bargeldguthaben bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank absichert.
In der Praxis besteht ein Depot aus zwei Komponenten:
- Depotkonto: Verwahrt Ihre Wertpapiere. Jede Aktie, jeder ETF-Anteil wird elektronisch bei der Clearstream Banking AG (Deutschlands zentralem Wertpapierverwahrer) geführt.
- Verrechnungskonto: Dient der Abwicklung von Käufen, Verkäufen und Ausschüttungen. Auf dieses Konto fließen auch Dividenden und Zinsen.
Wer ein Wertpapierdepot eröffnen möchte, muss volljährig sein und sich via Video-Ident oder PostIdent legitimieren. Bei Neobrokern ist die Eröffnung häufig innerhalb von 15 Minuten komplett digital abgeschlossen, bei Filialbanken dauert es erfahrungsgemäß mehrere Werktage.
Die drei Broker-Typen im Überblick
Direktbanken: Der klassische Allrounder
Direktbanken wie ING, Consorsbank, comdirect oder DKB bieten ein Vollsortiment: Wertpapierdepot, Girokonto, Kreditkarten, teils auch Baufinanzierung. Ordergebühren liegen typischerweise bei 4 bis 10 Euro pro Trade, die Depotführung ist bei regelmäßiger Nutzung oder Sparplan in der Regel kostenlos. Der große Vorteil: Zugang zu nahezu allen deutschen und vielen internationalen Handelsplätzen, inklusive Xetra, Stuttgart, Frankfurt, Tradegate sowie den US-Börsen NYSE und Nasdaq. Das Sparplan-Angebot umfasst meist mehrere tausend ETFs und Fonds – viele davon kostenlos besparbar ab 1 Euro pro Rate.
Neobroker: Günstig, mobil, reduziert
Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital, flatex oder Finanzen.net Zero setzen auf schlanke Prozesse, mobile Apps und extrem niedrige Gebühren. Orderkosten liegen bei 0 bis 1 Euro pro Trade, die Depotführung ist grundsätzlich kostenlos. Finanziert wird das Modell häufig über sogenannte Payment for Order Flow (PFOF) – Rückvergütungen der Market Maker an den Broker. Achtung: PFOF ist seit dem 1. Juli 2026 in der gesamten EU verboten (Verordnung (EU) 2024/791, MiFIR-/MiFID-II-Novelle) – die Neobroker haben ihre Geschäftsmodelle bereits darauf umgestellt.
Der Kompromiss: Neobroker bieten oft nur einen oder wenige Handelsplätze (z. B. Gettex, LS Exchange) und ein reduziertes Angebot an Ordertypen. Telefon- oder Filial-Service gibt es nicht – Support läuft über Chat oder E-Mail.
Filialbanken: Beratung zum Preis
Filialbanken wie Sparkasse, Volksbank, Commerzbank oder Deutsche Bank bieten persönliche Beratung vor Ort – meist jedoch zu deutlich höheren Preisen. Orderkosten von 10 bis 30 Euro pro Trade plus prozentualer Provision sind üblich, die Depotführung kostet oft 20 bis 50 Euro jährlich. Für aktive Anleger sind Filialbanken kaum noch wirtschaftlich. Wer jedoch Wert auf persönlichen Kontakt legt und selten handelt, findet hier seinen Platz.
Entscheidender Unterschied: Ordergebühr (Xetra-Order 1.000 €)
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- 4 bis 10 Euro, teils mit prozentualem Anteil
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- 0 bis 1 Euro pauschal
Depotführung
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- Kostenlos bei Aktivität oder Sparplan
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- Grundsätzlich kostenlos
Entscheidender Unterschied: Handelsplätze
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- Xetra, Frankfurt, Stuttgart, Tradegate, US-Börsen
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- Meist nur 1 bis 2 Plätze (Gettex, LS Exchange)
ETF-Sparplan
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- 2.000+ ETFs, viele kostenlos ab 1 Euro
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- 1.500 bis 2.500 ETFs, fast alle kostenlos ab 1 Euro
Service
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- Telefon, E-Mail, App, teils Filial-Anbindung
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- App-basiert, Chat / E-Mail, kein Telefon
Kinderdepot
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- Bei allen großen Direktbanken möglich
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- Bei einzelnen Anbietern (Scalable, comdirect-Tochter)
Geeignet für
- Direktbank (z. B. ING, comdirect)
- Allrounder, auch aktive Händler, Fortgeschrittene
- Neobroker (z. B. Trade Republic, Scalable)
- Kostenbewusste ETF-Sparer, Einsteiger, Smartphone-Nutzer
Vergleich: Direktbank vs. Neobroker – die wichtigsten Unterschiede bei Wertpapierdepots 2026
Ordergebühren und Depotkosten: Worauf es wirklich ankommt
Die Ordergebühr ist der wichtigste Kostenfaktor beim aktiven Handel. Sie fällt bei jedem Kauf und Verkauf an. Typische Modelle:
- Pauschal: Fester Betrag pro Order, z. B. 1 Euro (Neobroker) oder 4,90 Euro (Direktbank). Unabhängig vom Ordervolumen.
- Prozentual: Gebühr als Prozentsatz des Ordervolumens, z. B. 0,25 %. Bei großen Orders teuer.
- Kombiniert: Grundgebühr plus Prozentsatz – klassisch bei Filialbanken, z. B. 9,90 Euro plus 0,25 %.
Hinzu kommen Handelsplatzentgelte, die von der Börse direkt erhoben werden. Bei Xetra fallen z. B. 2,52 Euro plus 0,0048 % vom Ordervolumen an. Neobroker führen Orders oft über Gettex oder LS Exchange aus, wo die Handelsplatzentgelte niedriger oder entfallen. Achtung: Außerbörsliche Handelsplätze haben oft weitere Spreads, die nicht als Gebühr sichtbar sind – also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Für den Buy-and-Hold-Anleger spielen Ordergebühren eine geringere Rolle, weil selten gehandelt wird. Für den Sparplan-Anleger sind kostenlose Sparpläne entscheidend – über 20 Jahre Laufzeit summieren sich selbst 1,50 Euro Sparplan-Gebühr pro Rate auf über 360 Euro. Für den aktiven Händler mit über 50 Trades pro Jahr ist die Pauschalgebühr der wichtigste Hebel – hier lohnt der Wechsel zum Neobroker schnell.
ETF- und Fonds-Sparpläne: Der Standard für den Vermögensaufbau
Ein ETF-Sparplan ist für viele Privatanleger die einfachste Form des Vermögensaufbaus. Sie legen monatlich einen festen Betrag – typisch 25 bis 500 Euro – automatisiert in einen ETF an. Dank des Cost-Average-Effekts kaufen Sie bei fallenden Kursen mehr Anteile, bei steigenden Kursen weniger. Über einen Anlagehorizont von 15 bis 30 Jahren führt das bei weltweit streuenden Aktien-ETFs (z. B. MSCI World, FTSE All-World) historisch zu Renditen von 6 bis 8 % pro Jahr vor Steuern – Vergangenheitswerte, keine Garantie für die Zukunft.
Die wichtigsten Kosten beim ETF-Sparplan:
- Sparplan-Gebühr: Bei fast allen Brokern heute 0 bis 1,50 Euro pro Ausführung. Kostenlose Sparpläne sind Standard.
- TER (Total Expense Ratio): Laufende Kosten des ETFs, bei MSCI World ETFs typisch 0,10 bis 0,22 % pro Jahr.
- Transaktionskosten innerhalb des ETFs: Nicht in der TER enthalten, aber sichtbar in der TCO (Total Cost of Ownership).
Bei der Auswahl eines ETF-Sparplan-Brokers sollten Sie prüfen: Wie viele ETFs sind kostenlos besparbar? Welche Mindestrate gilt (meist 1, 10 oder 25 Euro)? Werden Thesaurierer und Ausschütter angeboten? Ist eine Änderung oder Pause jederzeit kostenlos möglich?
Handelsplätze: Xetra, Tradegate und Co.
Für dieselbe Aktie oder denselben ETF gibt es oft viele Handelsplätze mit unterschiedlichen Kursen und Gebühren. Ein Überblick:
- Xetra: Referenzbörse Deutschlands. Höchste Liquidität bei deutschen Aktien und vielen ETFs. Handelszeiten: 9:00 bis 17:30 Uhr. Transparent, aber mit Handelsplatzentgelt.
- Frankfurt Parkett: Längere Handelszeiten (8:00 bis 22:00 Uhr), aber geringere Liquidität. Market Maker stellen die Kurse.
- Tradegate Exchange: Elektronische Börse in Berlin, spezialisiert auf Privatanleger. Enge Spreads, lange Handelszeiten, oft günstigere Ausführung bei kleinen Orders.
- Stuttgart / Euwax: Stark bei Zertifikaten, Anleihen und Auslandsaktien.
- Gettex (München): Günstige Alternative mit Market-Maker-Modell. Standard bei vielen Neobrokern.
- LS Exchange (Lang & Schwarz): Außerbörslich, aber von der BaFin reguliert. Standard bei Trade Republic.
- US-Börsen (NYSE, Nasdaq): Für US-Aktien oft günstiger als der Handel in Deutschland – wenn der Broker Zugang bietet.
Als Faustregel gilt: Bei großen, liquiden ETFs (z. B. MSCI World ETFs iShares, Vanguard) ist der Preisunterschied zwischen Xetra, Tradegate und Gettex meist minimal. Bei exotischen Titeln oder großen Ordervolumina kann der Handelsplatz dagegen hunderte Euro Unterschied ausmachen. Nutzen Sie die Best-Execution-Prüfung Ihres Brokers, um automatisch den günstigsten Handelsplatz zu wählen.
Kinderdepot: Vermögensaufbau für den Nachwuchs
Ein Kinderdepot lohnt sich aus gleich mehreren Gründen: Der Grundfreibetrag von 12.348 Euro (Stand 2026, § 32a EStG) plus Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro plus Sonderausgaben-Pauschbetrag führt dazu, dass Kinder bis zu rund 13.400 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei vereinnahmen können – wenn sie sonst kein Einkommen haben. Bei monatlicher Einzahlung von 100 Euro und 6 % Rendite ergeben sich über 18 Jahre rund 40.000 Euro Vermögen für Ausbildung, Führerschein oder Startkapital.
Rechtliche Besonderheiten beim Kinderdepot:
- Eröffnung: Nur durch beide sorgeberechtigten Eltern möglich, meist mit Postident oder Video-Ident beider Elternteile.
- Eigentum: Das Depot gehört rechtlich dem Kind. Eltern verwalten es nur treuhänderisch bis zur Volljährigkeit.
- Krankenversicherung: Bei Familienversicherung in der GKV darf das Gesamteinkommen des Kindes regelmäßig nicht über 565 Euro monatlich liegen (2026: ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße, § 10 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 SGB V), Kapitalerträge zählen grundsätzlich mit. Wichtig bei hohen Depotwerten.
- BAföG: Das Kindervermögen zählt zum Vermögen des Kindes und kann sich später negativ auf BAföG-Ansprüche auswirken. Freibetrag: 15.000 Euro (Stand 2026).
Nicht alle Neobroker bieten Kinderdepots an – hier sind klassische Direktbanken wie ING, comdirect oder DKB oft die bessere Wahl.
Wertpapierkredit und Lombardkredit: Hebel mit Risiko
Einige Broker bieten an, Wertpapiere im Depot als Sicherheit für einen Kredit zu beleihen – der sogenannte Lombardkredit oder Wertpapierkredit. Typische Beleihungsquoten: 50 bis 70 % bei Aktien-ETFs, 80 bis 90 % bei Anleihen, oft niedriger bei Einzelaktien. Die Zinsen liegen 2026 bei rund 4 bis 7 % pro Jahr, abhängig von Broker und Bonität.
Für wen lohnt sich das? Für Anleger, die kurzfristig Liquidität brauchen, ohne Wertpapiere verkaufen zu müssen (und damit einen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn zu realisieren). Oder für erfahrene Anleger, die bewusst einen Hebel einsetzen wollen. Achtung: Fällt der Kurs Ihrer Sicherheiten stark, droht ein Margin Call – der Broker fordert zusätzliche Sicherheiten oder verkauft Ihre Wertpapiere. In Börsencrashs können so innerhalb von Tagen hohe Verluste entstehen. Für Privatanleger ohne Erfahrung nicht empfehlenswert.
Depotwechsel: Lohnt sich der Umzug?
- Vorteile eines Depotwechsels
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- Drastische Kostenersparnis möglich: Von 9,90 Euro pro Order (Filialbank) auf 1 Euro (Neobroker) bedeutet bei 30 Trades pro Jahr 267 Euro Ersparnis.
- Moderne Ordertypen wie Stop-Loss, Trailing-Stop, One-Cancels-Other oder Iceberg-Orders – bei Neobrokern und Direktbanken oft Standard, bei alten Filialbank-Depots nicht.
- Größere Auswahl kostenlos besparbarer ETF-Sparpläne – spart bei monatlichem Sparplan von 300 Euro über 1,50 Euro pro Ausführung schnell 360 Euro über 20 Jahre.
- Wechselprämien: Viele Broker bieten 50 bis 500 Euro Prämie für einen Depotübertrag – je nach Depotwert.
- Nachteile und Risiken
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- Übertragungsdauer: Ein Depotübertrag dauert typisch 4 bis 6 Wochen, teils bis zu 3 Monate – in dieser Zeit können Sie einzelne Titel nicht oder nur eingeschränkt handeln.
- Verlustverrechnungstopf: Realisierte Verluste aus der alten Bank werden nicht automatisch zur neuen übertragen. Sie müssen bis Mitte Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen, sonst geht der Verlusttopf verloren und Sie zahlen im Folgejahr höhere Steuern.
- Freistellungsauftrag endet: Bei Wechsel müssen Sie den Freistellungsauftrag beim neuen Broker neu einrichten. Bei unterjährigem Wechsel kann der Pauschbetrag bereits teilweise ausgeschöpft sein.
- FIFO-Problematik bei Altbeständen: Nach Übertrag kann der Broker nicht immer den genauen Anschaffungszeitpunkt rekonstruieren – insbesondere bei Fonds-Altbeständen vor 2009 (Bestandsschutz bis zum Freibetrag von 100.000 Euro pro Anleger, § 56 Abs. 6 InvStG).
Besteuerung und Freistellungsauftrag
Kapitalerträge aus dem Wertpapierdepot unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 % (§ 32d EStG) plus Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) plus ggf. Kirchensteuer (8 oder 9 %). Das ergibt effektiv rund 26,375 % bis 27,995 % Steuerlast auf Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne. Bei deutschen Banken wird die Steuer automatisch abgeführt, bei ausländischen Brokern müssen Sie in der Steuererklärung alles selbst deklarieren (Anlage KAP).
Wichtige Freibeträge und Optimierungen:
- Sparerpauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG): 1.000 Euro (Ledige) bzw. 2.000 Euro (Verheiratete) pro Jahr. Richten Sie dafür einen Freistellungsauftrag ein.
- Vorabpauschale (§ 18 InvStG): Für thesaurierende ETFs und Fonds wird jährlich eine fiktive Mindestverzinsung versteuert. Der Broker bucht die Steuer im Januar vom Verrechnungskonto.
- Teilfreistellung (§ 20 InvStG): Bei Aktien-ETFs bleiben 30 % der Erträge steuerfrei, bei Immobilien-ETFs 60 bzw. 80 %.
- Verlustverrechnung (§ 20 Abs. 6 EStG): Verluste aus Aktien können nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden (separater Verlusttopf), nicht mit Zinsen oder ETF-Gewinnen.
Häufige Fragen
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Ein Wertpapierdepot ist ein spezielles Konto zur Verwahrung von Wertpapieren wie Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen. Es besteht immer aus zwei Teilen: dem Depot selbst (für die Wertpapiere) und einem Verrechnungskonto (für Geldbewegungen). Ihre Wertpapiere gelten als Sondervermögen gemäß § 92 KAGB und sind im Fall einer Bankinsolvenz vollständig geschützt – unabhängig von der Einlagensicherung. Die Eröffnung ist bei Neobrokern oft in 15 Minuten per Video-Ident möglich, bei Filialbanken dauert sie einige Werktage.
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Der Depotwechsel ist gesetzlich kostenfrei (§ 675o BGB bzw. § 14 VVG analog) und läuft in drei Schritten: 1. Neues Depot beim Wunsch-Broker eröffnen. 2. Übertragungsformular ausfüllen und an den neuen Broker schicken – dieser fordert die Wertpapiere bei der alten Bank an. 3. Übertragung abwarten (typisch 4 bis 6 Wochen). Wichtig: Beantragen Sie vor Jahresende eine Verlustbescheinigung bei Ihrer alten Bank, damit der Verlusttopf erhalten bleibt. Viele Broker zahlen Wechselprämien zwischen 50 und 500 Euro.
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Die gesetzliche Einlagensicherung nach § 8 EinSiG schützt Bankguthaben (Tages-, Fest- und Girokonten) bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Wertpapiere sind davon unabhängig: Sie gelten als Sondervermögen gemäß § 92 KAGB und bleiben auch bei einer Bankinsolvenz komplett in Ihrem Besitz – sie werden lediglich an einen anderen Verwahrer übertragen. Zusätzlich gibt es die Anlegerentschädigungseinrichtung (EdW), die Schäden durch Unterschlagung oder Fehlbuchungen bis 20.000 Euro abdeckt.
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Ordergebühren fallen bei jedem Kauf und Verkauf an. Sie setzen sich meist aus drei Komponenten zusammen: Broker-Gebühr (pauschal oder prozentual), Handelsplatzentgelt (von der Börse erhoben, z. B. 2,52 Euro an der Xetra) und – bei außerbörslichen Plätzen – einem impliziten Spread. Neobroker liegen bei 0 bis 1 Euro pauschal, Direktbanken bei 4 bis 10 Euro, Filialbanken bei 10 bis 30 Euro plus Provision. Bei aktivem Handel mit 50 Trades pro Jahr sind das Unterschiede von mehreren hundert Euro jährlich.
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Ein Kinderdepot kann ab Geburt eröffnet werden. Bis zur Volljährigkeit verwalten die Eltern das Depot treuhänderisch, rechtlich gehört es aber dem Kind. Vorteil: Das Kind hat einen eigenen Grundfreibetrag (12.348 Euro im Jahr 2026) plus Sparerpauschbetrag (1.000 Euro) – so bleiben Kapitalerträge bis rund 13.400 Euro jährlich steuerfrei, wenn das Kind sonst kein Einkommen hat. Achten Sie auf Auswirkungen auf die Familienversicherung (Einkommensgrenze 565 Euro/Monat) und auf spätere BAföG-Ansprüche (Vermögensfreibetrag 15.000 Euro).
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Ein ETF-Sparplan ist eine automatisierte, meist monatliche Anlage eines festen Betrags in einen ETF – typisch zwischen 25 und 500 Euro pro Rate. Sie profitieren vom Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis über die Zeit) und vom Zinseszins. Starten Sie mit einem weltweit streuenden Aktien-ETF wie MSCI World oder FTSE All-World (TER rund 0,10 bis 0,22 % p. a.). Wählen Sie einen Broker mit kostenlosen Sparplanausführungen und niedriger Mindestrate (ab 1 Euro). Wichtig: Geldanlage in Aktien-ETFs ist für Anlagehorizonte ab 10 bis 15 Jahren sinnvoll – kurzfristig schwanken die Kurse stark, und Vergangenheitsrenditen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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Die Entscheidung hängt von Ihrer Anlagestrategie ab. Für reine ETF-Sparer ohne aktiven Handel ist ein Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital oft ideal: niedrige Kosten, einfache App, riesiges Sparplan-Angebot. Wer aktiv handelt, internationale Aktien kauft oder Wert auf mehrere Handelsplätze legt, fährt mit einer Direktbank wie ING oder comdirect meist besser. Filialbanken lohnen sich nur, wenn Sie Wert auf persönliche Beratung legen und selten handeln – die höheren Gebühren summieren sich bei aktivem Handel schnell zu mehreren hundert Euro jährlich.
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Wertpapiere unterliegen Kursrisiken – bei Aktien und Aktien-ETFs sind zwischenzeitliche Verluste von 30 bis 50 % historisch normal (z. B. Finanzkrise 2008, Corona-Crash 2020). Weitere Risiken: Klumpenrisiko (zu wenig Diversifikation), Währungsrisiko (bei US-Aktien und Fremdwährungs-ETFs), Emittentenrisiko (bei ETCs und Zertifikaten – keine Sondervermögen!), Inflationsrisiko (bei Anleihen mit niedrigem Zins). Das Depot selbst ist dagegen sicher: Wertpapiere sind Sondervermögen und von einer Bankinsolvenz nicht betroffen. Historische Renditen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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Quellen
Alle Paragraphen wurden am 23.08.2026 im Wortlaut bei gesetze-im-internet.de abgerufen.
- § 8 EinSiG – Deckungssumme, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 92 KAGB – Sondervermögen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 20 EStG, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 32a EStG – Einkommensteuertarif, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 56 InvStG – Anwendungs- und Übergangsvorschriften zum Investmentsteuerreformgesetz, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 18 InvStG – Vorabpauschale, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 20 InvStG – Teilfreistellung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 675o BGB – Ablehnung von Zahlungsaufträgen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026
- § 14 VVG – Fälligkeit der Geldleistung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23.08.2026